3 Wochen El Médano

weltenbummler

Der kleine Ort El Médano an der Südspitze der Kanareninsel Teneriffa ist nicht Dein typischer Urlaubsort in Spanien. Das tägliche Leben läuft hier gefühlt entspannter ab, was vermutlich auch an der Klientel liegt. Hauptsächlich Surfer – egal ob Windsurfer, Kitesurfer, Wellenreiter oder Wing foiler – machen hier in der Bucht vor dem roten Berg Urlaub. Der Fokus ist folglich sportliche Aktivität!
Wer Diskos, Clubs oder allgemein Nachtleben erwartet, ist in diesem Örtchen falsch aufgehoben. Unter der Woche sind die Bürgersteige gefühlt ab 23:00 Uhr hochgeklappt. Selbstverständlich gibt es hier und da noch ein paar geöffnete Lokale und Bars, doch mit El Arenal oder TUI Hotel-Animations-Urlaub hat das nichts zu tun.

Oberstes Ziel für den Jahresurlaub lautet: Entspannen. Die Unterkunft ist nur eine Querstrasse vom Strand El Mèdano entfernt und bietet die üblichen Annehmlichkeiten einer Ferienwohnung. Zu Beginn nutzen wir die Küche täglich, doch mit den eintrudelnden Meldungen aus Deutschland bezüglich Corona Restriktionen gehen wir vermehrt auswärts Essen. Hier in Spanien werden Menschen nicht nach medizinischem Status mit unterschiedlichen Grundrechten eingeteilt, sondern so wie früher alle gleich behandelt.

Restaurants & Bars

Restaurant Arena Negra

Gut gegessen haben wir hier:

Pizzeria Wairua in unmittelbarer Nähe vom Plaza. Hier gibt es mit Abstand die beste Pizza in der Stadt. Die Variationen sind himmlisch und die Namen erinnern mitunter an Neuseeland. Wieso, das findet mal selber heraus.

Manfred’s soul Cafe bietet nicht nur leckere Cocktails, sondern auch einen herrlichen Blick auf den Roten Berg bei Sonnenuntergang

MalaVida direkt vorne am Plaza ist ein TexMex Restaurant. Es vermittelt den Eindruck, dass hier die coolen Surfer abhängen. Gemütlich ist es aber nicht.

Wer schicker und etwas anspruchsvoller Essen gehen möchte, fährt rüber ins Nachbarörtchen Los Abrigos. Dort in der Calle de Marina schlängelt sich ein Steinweg hinunter in den alten Hafen. Linker Hand reiht sich ein (Fisch)Restaurant ans Nächste, inklusive herrlichem Blick auf’s Meer.

Sport

Wassersport

Vom offensichtlichen abgesehen bietet El Mèdano tatsächlich einen der längsten Sandstrände der Insel. Einen noch breiteren Sandstrand findest Du auf der Rückseite des Montana Roja im Ort La Tejita mit dem gleichnamigen Strand. Hier bietet sich ein Spaziergang an.

Der Aufstieg zum Roten Berg (Montana Roja) ist schon eine kleine Wanderung mit Turnschuhen. Der Sonnenuntergang von dort oben ist übrigens wunderschön und der Blick über die Orte El Mèdano und La Tejita gerade im Abendlicht wirklich lohnend.

Apropos Wanderung. In der Mitte der Insel streckt sich Spaniens höchster Berg dem Himmel entgegen. Da keine Autos zur Verfügung standen, kann man dort auch mit dem Roller hinfahren. Allerdings ist die Anfahrt durch die Nadelwälder bis zum vulkanischen Plateau selbst bei Sonnenschein ziemlich frisch. Oben in der Ebene angekommen, gibt es zahlreiche – oft stundenlange – Wanderwege. Für die Bequemen unter Euch gibt es eine Seilbahn zur 3555m hohen Bergspitze.
Wir sind noch etwas weiter gefahren und seitlich auf ca 2700m gewandert. Die berühmten Teide Eier wollten wir uns ansehen. Am Ende entpuppten sie sich als fein geschliffene Gerölllawinen, aber zumindest haben wir uns bewegt.

Zu guter letzt natürlich das Surfen. Egal ob Wellenreiten, Wind- oder Kitesurfen, oder Wing Foilen. Hier in El Mèdano geht alles. Der Strand ist übersichtlich für die jeweiligen Sportarten ausgelegt und bietet auch unterschiedliche Brandung. Für Anfänger wie uns sind die Wellen jedoch alles andere als einfach. Daher bietet sich der Nachbarhafen in Granadilla an. Offiziell heisst der Strand Playa del Medio und liegt exakt eine Autobahnausfahrt westlich. In nur 15 Minuten ist man dort.
Leider gibt es da keinerlei Infrastruktur. Weder Toiletten noch Cafes. Dafür aber eine massive Kaimauer, die die Wellen aber nicht den Wind stoppt. Dieser künstliche Hafen, einst mit EU Geldern für die Wartung von Bohrinseln angelegt, ist ein Paradies für Anfänger jeglichen Wassersports. Fairerweise sind hier aber überwiegend Wing Foiler unter sich.

Ausflüge

Wale, Schildkröten und bunte Häuser

Die Insel Teneriffa ist vielseitig. An der Südspitze weht ständig ein Lüftchen und hier ist es meist sonnig. Die Temperatur fällt im Grunde nicht unter 18-19 Grad. In der Mitte (siehe Aktivitäten) bietet der Teide Nationalpark Vulkanlandschaft und 38 Wanderwege. Die grandiose Aussicht über die Küste hinweg ins unendliche Meer inklusive.

Der Nordosten der Insel ist geprägt von der Hauptstadt SantaCruz und einer zunehmend grüner werdenden Vegetation. Kurz bevor wir – jetzt mit dem Mietwagen – in den Angab Park fahren, besichtigen wir die noch sehr ursprüngliche Stadt La Laguna. Hier stehen viele bunte Häuser in engen Gassen. Für den Ausflug in das Städtchen sollte man 2-3 Stunden einplanen.
Der Weg zum Anaga Park versetzt einen manchmal gefühlt nach Süd- oder Mittelamerika. Kleine, bunte Häuser spanischen Stils inmitten grüner Hügel. Herrlich. Der Park selber lässt das Wander-Herz höher schlagen. Bemerkenswert ist hier wieder die völlig andere Vegetation als auf dem südlichen Teil der Insel!

Weil wir schon ein Auto haben, düsen wir natürlich auch noch nach Puerto de la Cruz. Die Stadt im Norden, mittig der Insel. Wer sich noch ein wenig weiter wagt gelangt in das verschlafene Nest Benijo und kann dort im Casa Paca direkt an der Strasse traditionell essen. Die haben hier sogar Coke Zero!

Bildergalerie